Unsere Gebete wurden erhoert, unsere Opfergaben angenommen – wir sind mit trockenen Haeuptern nach Norwegen gesegelt. Puenktlich um 12 Uhr legten wir in Skagen ab und segelten mit halbem Wind. Einzig die Restwellen vom letzen Tief machten uns das Leben schwer. Unruhig war s an Bord. Die Schapps wurden mal wieder ordentlich durchgeschuettelt. Mit gerefften Segeln war es jedoch auszuhalten. Leider drehte der Wind nachts um 1 Uhr 30 auf Ost. Er blies uns direkt von hinten an. Normalerweise laeuft die Snow Goose mit der Genua recht flott. Durch die starken Wellen geigte das Boot jedoch so kraeftig hin und her, dass Walter das Segel nicht stabil zum Stehen brachte. Haette er so stark angeluvt wie notwendig gewesen waere, saeßen wir jetzt in einem anderen norwegischen Hafen oder waeren wieder in Daenemark. Walter ließ den Motor an.
Ich hatte wieder mal den bequemeren Teil der Tour und verbrachte die meiste Zeit im Salon im Warmen. Tief schlafen konnte ich nicht. Alles, was nicht niet – und nagelfest war, rumpelte, scharrte, aechste und kraechste während der ganzen Fahrt. Diese Geraeusche zerrten an meinen Nerven. Von außen polterten die groben Wellen von allen moeglichen Seiten gegen das Boot. Ich wurde hin und her geschuettelt. Trotzdem ist das Alles angenehmer, als an Deck zu stehen. Leider kam Walter nicht dazu, nachzuschauen, wie weit die Temperaturen in den Keller gegangen sind. Selbst die Norweger sind frustriert. Der Hafenmeister meinte, normalerweise haetten sie im Mai Temperaturen um 20 Grad. In einer norwegischen Zeitung konnten wir vorher beim Landgang den Leitartikel entziffern. Es war die Frage: Wann kommt der Sommer?
Walter erzählte, dass es nachts schon nicht mehr ganz dunkel wird. Am Horizont bleibt eine Linie, die Himmel und Meer trennt. Morgens gegen 7 Uhr legten wir nach 19 Stunden Fahrt an. Nach einem leckeren Lachsfrühstück gingen wir erst mal schlafen.
Kristiansand ist eine nette Einkaufsstadt mit großem Faehrhafen. Eigentlich wollten wir morgen weiter. Aber - morgen ist großer Nationalfeiertag, in ganz Norwegen ein Riesenfest, hat uns ein freundlicher Mann vom Touristenbuero erzählt. Das ist das groeßte Highlight des Jahres. Da bleiben wir natuerlich hier und feiern mit.






