Nachtfahrt von Skagen nach Kristiansand, Norwegen 16.05.2012 – Wind NO 2-6, 1010-1008 hPa, bedeckt, Temp. 9,5-11Grad tagsüber

Unsere Gebete wurden erhoert, unsere Opfergaben angenommen – wir sind mit trockenen Haeuptern nach Norwegen gesegelt. Puenktlich um 12 Uhr legten wir in Skagen ab und segelten mit halbem Wind. Einzig die Restwellen vom letzen Tief machten uns das Leben schwer. Unruhig war s an Bord. Die Schapps wurden mal wieder ordentlich durchgeschuettelt. Mit gerefften Segeln war es jedoch auszuhalten. Leider drehte der Wind nachts um 1 Uhr 30 auf Ost. Er blies uns direkt von hinten an. Normalerweise laeuft die Snow Goose mit der Genua recht flott. Durch die starken Wellen geigte das Boot jedoch so kraeftig hin und her, dass Walter das Segel nicht stabil zum Stehen brachte. Haette er so stark angeluvt wie notwendig gewesen waere, saeßen wir jetzt in einem anderen norwegischen Hafen oder waeren wieder in Daenemark. Walter ließ den Motor an.

Ich hatte wieder mal den bequemeren Teil der Tour und verbrachte die meiste Zeit im Salon im Warmen. Tief schlafen konnte ich nicht. Alles, was nicht niet – und nagelfest war, rumpelte, scharrte, aechste und kraechste während der ganzen Fahrt. Diese Geraeusche zerrten an meinen Nerven. Von außen polterten die groben Wellen von allen moeglichen Seiten gegen das Boot. Ich wurde hin und her geschuettelt. Trotzdem ist das Alles angenehmer, als an Deck zu stehen. Leider kam Walter nicht dazu, nachzuschauen, wie weit die Temperaturen in den Keller gegangen sind. Selbst die Norweger sind frustriert. Der Hafenmeister meinte, normalerweise haetten sie im Mai Temperaturen um 20 Grad. In einer norwegischen Zeitung konnten wir vorher beim Landgang den Leitartikel entziffern. Es war die Frage: Wann kommt der Sommer?

Walter erzählte, dass es nachts schon nicht mehr ganz dunkel wird. Am Horizont bleibt eine Linie, die Himmel und Meer trennt. Morgens gegen 7 Uhr legten wir nach 19 Stunden Fahrt an. Nach einem leckeren Lachsfrühstück gingen wir erst mal schlafen.

Kristiansand ist eine nette Einkaufsstadt mit großem Faehrhafen. Eigentlich wollten wir morgen weiter. Aber -  morgen ist großer Nationalfeiertag, in ganz Norwegen ein Riesenfest, hat uns ein freundlicher Mann vom Touristenbuero erzählt. Das ist das groeßte Highlight des Jahres. Da bleiben wir natuerlich hier und feiern mit.

 

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Von Frederikshavn nach Skagen 13.05.2012 – Wind NW 5 nach W drehend 4, 1028 hPa, sonnig, Temp. 13,5 Grad

Ideales Segelwetter! Bei halbem Wind laeuft die Snow Goose wie am Schnuerchen. Unterwegs machten wir einen Sonntagsausflug. Ungefaehr 5 sm vor Frederikshafen liegt die Inselgruppe Hirsholmene. Sie umfasst acht Inselchen. Die Hauptinsel heißt Hirsholm, dort haben wir eine gute Stunde nach dem Ablegen festgemacht. Vorher haben wir erfolgreich einige Untiefen umfahren. In Hirsholm lebten frueher hundert Menschen, heute noch drei. Und Kuenstler, die dort in Ruhe arbeiten wollen. Die Hauptbewohner sind Voegel. Wo man hinschaut, nisten sie in den verlassenen Gaerten und auf den Steinmauern. Wir sind so vorsichtig wie moeglich ueber die kleine Insel gelaufen, um die bruetenden Vögel nicht zu sehr zu beunruhigen. Außerdem werden die Eier kalt, wenn Mama oder Papa das Nest verlassen. 14.05.2012 Wir machen einen Hafentag in Skagen. Morgens besuchen wir das Skagenmuseum und sehen eine Sonderausstellung von P.S. Kroyer. Ein beeindruckender Kuenstler, dem es sehr gut gelungen ist, das besondere Licht von Skagen wiederzugeben. Seine Bilder erzaehlen Geschichten von Fischern, Frauen und Kindern. Nachmittags liefen wir zu Daenemarks aeußerster Nordspitze, hier trifft Skagerrak und Kattegat zusammen. 15.05.2012 Gleich geht’s los zu unserer ersten Nachtfahrt dieses Jahr. Wir verabschieden uns von Daenemark und seinen vielen, schoenen Plaetzen, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Norwegen wir kommen.

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10.05.2012 – Von Hals nach Frederikshavn 34 sm, Wind OSO 4 nach SSO drehend 5-6, in Böen 7, Barometer 1004, Regen, Temp. 10 Grad

Was für ein Segeltag!

Der Wind trieb uns mit 5-7 kn mit der Genua rasch vorwärts. Zum Glück kam er ziemlich achterlich. Auch die Wellen schoben fast von hinten. Dadurch war das Segeln einigermaßen komfortabel. Wellenhöhe? Schwer zu sagen, gefühlt- gut schaukelig… Die Sicht war schlecht, es regnete. Die Zeit am Ruder verging wie im Flug. Kurs zu halten war schwer ohne einen Fixpunkt. Die Snow Goose war nicht leicht zu zähmen. Nie war klar, zieht sie jetzt nach Luv oder fällt sie lieber ab. Die Böen haben sie irritiert. Die Dame zeigte sich etwas zickig.

Bald näherten wir uns dem Yachthafen von Frederikshavn. Der Wind nahm zu. Die Wellen kamen heftig von der Seite. Vor uns lag die enge Hafeneinfahrt. Die Wellen drückten kräftig von backbord Richtung Land. Wie meistert Walter diese Situation? Wie vermeidet er, dass wir auf die Kaimauer krachen?

Er fährt die nahende Einfahrt in einem Winkel von fast 90 Grad an. Der Wind heult und pfeift durch das Rigg. Das Wasser ist flach an der Steuerbordseite. Der Tiefenmesser gibt Alarm. Durch den steifen Wind ist das Wasser aufgewühlt. Keiner hat Zeit, die Wassertiefe zu kontrollieren. Der Hafen sollte tief genug sein. Wir müssen da rein. Walter gibt kräftig Gas. Und ist durch. Sofort wird das Wasser spürbar ruhiger.

Der Wind bläst gleich stark und böig. Zu zweit wird das Anlegen schwierig. Wir belegen die Dalben, vorne treibt uns der Wind weg vom Steg. Beim zweiten Anlauf steige ich rasch auf das Boot an Steuerbordseite, so kann ich mit der Luvleine  an Land steigen und festmachen. Anders geht das nicht, wenn bei so viel Wind kein Helfer an Land die Leine abnimmt. Die Snow Goose wird gut fest gemacht. Der Wind soll noch stärker werden. Wir bleiben in Frederikshavn und warten auf ruhigeres Wetter.

 

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09.05.2012 – Von Grenaa nach Hals 44 sm, Wind S 3-4, Barometer 1009 hPa, Regen, Temp. 12 Grad

Heute hat Skipper Walter Geburtstag. Wo verbringt dieser Mann den Tag am Liebsten? Nein, nicht zu Hause bei Kaffee und Kuchen – auf dem Segelboot mitten auf der Ostsee. Da darf es ruhig regnen, der Wind schwach aus der falschen Richtung kommen, die Strömung gegen uns sein, Hauptsache segeln, wenn s sein muss auch motoren. Wären die Kinder noch dabei gewesen, wäre der Tag perfekt.

Walter hat einen Super-Grill von den Kindern geschenkt bekommen. Darüber hat er sich sehr gefreut. Nun wollen wir ihn mit einem selbst gefangenen Fisch einweihen. Die Kinder äußern sich sehr skeptisch zu unseren Angelfähigkeiten. Wir werden es euch schon noch zeigen!

Und schon ist der erste Fisch auf dem Grill

Und schon ist der erste Fisch auf dem Grill

 

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08.05.2012 – Marstal über Nyborg (34sm) und Ballen (38sm) nach Grenaa (42 sm), Wind SO 4-5, Barometer 1019 hPa, Himmel bedeckt, Temp. 13 Grad

Heute konnten wir segeln, endlich! Der Wind kam schön achterlich, nur die Wellen waren zu hoch und zu seitlich. Nein, ich war nicht wirklich seekrank, mein Magen schaukelte nur immer von einer Seite zur anderen mit. Die Snow Goose schaukelte auch- wie im neunten Monat schwanger.

In den nächsten Tagen ist stürmischer Wind angesagt, jedoch eher südlich. Richtung Skagerak soll der Wind schwächer bleiben. Uns zieht es in den Norden, weil dort das Wetter besser sein soll. Glaubt uns das jemand?

Und nun das Highlight des Tages! In Marstal haben wir eine Angelschnur mit Ködern gekauft. Walter hat heute, während wir segelten, die Schnur hinter dem Boot hergezogen. Wir machten zwischen acht und neun Knoten. Den Fisch möchte ich sehen, der diesen Köder hätte schnappen können. Das müsste ein ziemlich muskulöses Kerlchen sein!

Ja, wo sinn se denn

Ja, wo sinn se denn

 

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04.05.2012 – Von Laboe nach Marstal, 32 sm, Wind SSW 3 nach W drehend 2, Barometer 1003 hPa, diesig, Temp. 13 Grad

Hallo!

Wir sind on the water again, leider mehr unter Motor mangels Wind als uns lieb ist. Aus den angegebenen drei-vier Bft aus SW, wurden für uns leider nur zwei Bft aus W, zu wenig. Wenn wir in Laboe auf den `richtigen` Wind gewartet hätten, würden wir heute noch dort sitzen. In Marstal haben wir gleich wieder einen Hafentag gemacht. Einmal weil wir vor zwei Jahren wegen angekündigtem starken Wind `heim` nach Laboe geflüchtet sind, zum Anderen haben wir in der Zwischenzeit den Mega-Roman von Carsten Jensen `Wir Ertrunkenen` gelesen haben. Mega wegen ungefähr 800 Seiten und weil Carsten Jensen den Marstaler Fischern und Seefahrern ein beeindruckendes Denkmal geschaffen hat, im Zeitumfang von ein paar Jahrhunderten, sehr empfehlenswert, auch Nicht-Seefahrern.

Trotzdem war die Sightseeingtour in Marstal bald beendet, wir nahmen Kurs per Bus nach Aerösköbing. Liebe Birgit C., immer noch sieht dieses liebenswerte Städtchen aus wie in einem Märchen, wie eine Spielzeugstadt. Wie heißt es im Reiseführer- in Aerösköbing muss man keine besonders schönen Häuser suchen, jedes Haus ist etwas Besonderes. Es ist immer noch so, wie du es mit deinem Papa besucht hast. Wann war das nochmal? In Gedanken haben wir dich in unsere Mitte genommen, du warst quasi dabei.

 

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03.05.2012 – Hafentag in Laboe

Schade, eigentlich sollte heute unsere große Reise beginnen. Nur- egal bei welchem Wetterdienst wir nachgeschaut haben, alle meldeten ein Beaufort, abnehmend auf null(!). Was soll man da machen? Ich sah uns schon rausfahren, in einem Anflug von Verzweiflung die Segel setzen, nach dem Motto: Da muss doch was gehen. Ohne Wind ist es sehr schwer, Kurs zu fahren, geschweige denn, die Segel bei Laune zu halten. Völlig frustriert würden wir dann früher oder später den Motor starten. Alles schon mal dagewesen.

Das haben wir gelernt, wenn nix geht, geht nix. Und sechs Stunden nach Marstal mit dem Motor fahren, ist kein schöner Anfang. Morgen soll es zwar anfangs regnen, das Barometer fällt, dafür verspricht der Wetterdienst drei-vier Bft aus SüdWest. Ideale Windrichtung!

Bevor wir im Hafen sehnsuchtsvoll in die Ferne schauen, bei jedem Windhauch unsere Entscheidung bereuen, machen wir heute einen Wandertag. Wir laufen am Wasser entlang Richtung Ostsee und schaun mal weiter.

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01.05.2012 – Von Rendsburg nach Laboe, 22 Seemeilen, Wind NO 5, Barometer 1021 hPa, halbbedeckter Himmel, Temp. 14 Grad

Hallo!

Da sind wir wieder. Seit die Tage länger wurden, die Sonne an Kraft zunahm, überkam uns eine innere Unruhe. So müssen sich Zugvögel fühlen, wenn sie ahnen, dass es bald wieder auf große Reise geht.

Die Snow Goose hat das Winterlager gut überstanden, sie bekam ihren Mast zurück, wurde mit einer modernen Genua und einem noch moderneren Großsegel ausgerüstet – das hat jetzt Latten. Leider hatte die alte Genua nach gerade mal zwei Saisonen unreparable UV Schäden. Elström machte uns ein Angebot, das wir gerne annahmen.

Die Snow Goose ist geputzt und bepackt. Vom Winterlager wurden wir mit lautem Hupen verabschiedet. Alle, die gestern noch bei Thomas` Abschiedsfest dabei waren, tröteten uns hinterher. Allen voran Thomas mit der lautesten Hupe. Ihm wünschen wir alles Gute und viel Glück bei seiner Regatta zu den Azoren. Allen Anderen wünschen wir eine wunderschöne, sichere Segelsaison. Vielleicht treffen wir ja Hans und seine Frau in Bergen.

Jetzt schippern wir auf dem Nord-Ostsee-Kanal nach Holtenau. Eigentlich ist das recht unspektakulär. Nicht jedoch, wenn man, wie ich, eine Akrobatennummer einschiebt. Ich stand am Ruder und wollte nur meine Teetasse zurück auf den Tisch stellen. Dazu beugte mich weit über das Lenkrad, verlor den Boden unter den Füssen, schaukelte auf dem Bauch, das Rad drehte sich durch mein Gewicht nach steuerbord zum nahen Land, ich zappelte mit den Beinen und bekam wieder Halt. Kurz vor den Steinen riss ich das Ruder herum. Die Fahrt hätte beinahe mit einer Kollision mit der Kanal-Mauer geendet. Das wäre ganz schön peinlich gewesen, wenn wir nach zwei Stunden wieder in der Werft des Winterlagers gewesen wären. Zumal uns Herr Wendland vom Obereider Yachtservice mit den Worten verabschiedet hat:“Macht nicht so viel kaputt.“ Ging das letztes Jahr auch nicht oder bin ich geschrumpft?

 

Anscheinend sind wir schon wieder mitten drin im Segelleben.

Unsere Reise geht diese Saison nach Island. Immer wieder sehe ich Wikinger vor mir, sie vertrauen auf ihre Erfahrungen, auf ihre Navigations- und Wetterkenntnisse und auf ihr Glück. Mutig stechen sie in See, fürchten weder Tod noch Teufel, wissen, dass am Ende entweder grenzenloser Ruhm oder das kalte Grab im Nordmeer wartet. Ha!

Na ja. Im Jahr 2012 sieht das Segeln ein bisschen anders aus. Wir sind ausgerüstet mit Plotter, Seekarten, Funk, AIS, Radar, … Wir haben Zugang zu ziemlich exakten Wetterberichten, haben unsere Ziele schon mal mit Google Earth angeschaut, sind versorgt mit interessanten Erlebnisberichten, Reiseführern, eben dem ganzen Wissen des 21. Jahrhunderts. Trotzdem bleibt die Reise spannend. Walter stellte sich in der Vorbereitung die Frage, muss man das Glück herausfordern? Eine wichtige Frage. Die Antwort ist, dass man sich mit einer noch exakteren Planung absichert.

So gilt auch dieses Jahr das Motto: Wer wagt kann verlieren, wer nicht wagt, hat schon verloren.

Erstes Anlegerbier

Erstes Anlegerbier

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In den Startlöchern …

Die Vorbereitungen für unseren diesjährigen Törn sind in vollem Gang.
Das Ziel heißt dieses Mal – ISLAND.
Die Route:Rendsburg – Dänemark (Ostküste bis Skagen) – Norwegen ( bis Sognefiord) – Shetland Inseln – Färöer Inseln – Island – Färöer Inseln – Schottland (Caledonian Canal) – Helgoland – Rendsburg.

Reisebeginn soll der 1. Mai sein.

Also, wenns euch interessiert, schaut mal rein.

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Ende einer aufregenden Segelsaison

Die Snow Goose steht in der Winterlagerhalle, die Koffer sind ausgepackt, die Wäsche ist gewaschen und alles ist wieder verstaut.
Für unseren Törn hatten wir eine ganze Menge Seekarten im Gebrauch. Einige werden wir zukünftig nicht mehr benötigen.
Falls jemand Interesse hat, diese Karten zu übernehmen, möge er sich gerne melden.
Es handelt sich um folgende Karten:
- NV-Serie6 (bereits verkauft)
- Estonia Vol. 1 (bereits verkauft)
- Estonia Vol. 2 (bereits verkauft)
- Estonia Vol. 3 (bereits verkauft)
- Finn. Sportbootkarten Satz A (bereits verkauft)
- Finn. Sportbootkarten Satz B (bereits verkauft)
- BA2278 Baltysk und Kaliningrad (bereits verkauft)
- D152 Gogland bis St. Petersburg
- D1310 St. Petersburg Hafen
- D1311 Kronstädter Fahrwasser
- D1312 St. Petersburg Seekanal
(alle Karten sind Berichtigungsstand 2011)

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